Haltung und Ernährung eines Labradorwelpen

Aus meinen 20 Jahren Zuchterfahrung muss ich sagen, dass man mit ein wenig gesundem Menschenverstand gar nicht sooo viel falsch machen kann.

Vergegenwärtigen Sie sich, dass sie beim Züchter ein Baby abholen, wenn der Welpe ca. 9 Wochen alt ist.

 

Was macht ein Baby ? trinken, schlafen und weinen wenn es hungrig oder unglücklich ist sowie lernen wenn es wach und aufnahmefähg ist.

Schimpfen kann man es nicht, dann würde es nur weinen aufgrund der ungewohnten Stimmung und Lautstärke.

Spazieren läuft es nicht, in den Kindergarten und auf den Spielplatz auch noch nicht.

Insbesondere geht ein Baby auch noch keine Treppen. Das ist anatomisch genausowenig möglich wie bei einem Welpen.

 

Treppen

Sollten die Beine dann lang genug sein, darf der Hund selbstverständlich auch mal Treppen gehen. Er soll es ja lernen und keine Phobie entwickeln. Treppen gehen zu können ist für einen Hund in unserer modernen Gesellschaft überlebensnotwendig!

Ihr Labradorwelpe/-junghund sollte aber zu keiner Zeit unbeaufsichtigt Treppen gehen und auch keine Treppen rennen!!! (Nehmen Sie ihn notfalls an die Leine oder tragen sie ihn).

 

Die ersten Tage

So ist es mit ihrem Labradorwelpen in den ersten Tagen.

Zuhause angekommen lassen sie ihn erst im Garten laufen und loben Sie ihn überschwenglich wenn er bei dieser Gelegenheit "zufällig" sein Geschäft erledigt.

Dann darf er sich die Räumlichkeiten im Haus ansehen. Macht er jetzt sein Geschäft - Pech ! Es wird kommentarlos weggewischt.

Dann kann man ihm etwas zu fressen geben und danach wieder in den Garten gehen und auf eine Gelegenheit zum Loben hoffen.

Wenn ihr Grundstück gut abgesichert ist, brauchen sie momentan auch noch keine Leine. Rufen Sie den Welpen immer mal zu sich hin und loben Sie ihn dafür. Der Folgetrieb ist noch sehr stark ausgeprägt und er wird nicht weglaufen. Wenn er unter einem Baum verschwindet versuchen Sie ihn nicht darunter heraus zu klauben. Laufen Sie rufend und lachend weg und der Welpe wird sofort kommen und kann gelobt werden. Hier sind die Anfänge für einen folgsamen und gehorsamen Hund gelegt.

So geht es dann die nächsten Tage weiter Schlafen, Fressen, Geschäfte und wenn er wach und aufmerksam ist Bindung üben und ihm die nähere Umgebung zeigen.

Auch den ersten Gehorsam mit Sitz-, Platz-, Bleib- Kommando kann man in Verbindung mit dem Füttern bereits sehr gut üben.

 

Fütterung

Was man füttern soll und darf ist mittlerweile zu einem "Glaubenskrieg" ausgeartet.

Lassen Sie sich von ihrem Züchter beraten und machen Sie vor allem in den ersten Wochen keine Experimente!!!

Es gibt sehr gute Trockenfuttersorten, aber auch Dosenfleisch und rohes Fleisch nimmt der Labrador gerne. Ob Sie  B.A.R.F.E.N oder nicht können sie mit ihrem Züchter und/oder Tierarzt abstimmen.

In jedem Fall sollte das Futter artgerecht und in der Menge auf einen heranwachsenden Hund abgestimmt sein.

Der Welpe/Junghund aber auch der erwachsene Hund selbst soll kein "Knochengestell" sein, aber auch nicht mollig. Die Rippen sollten mit der flachen Hand gut zu fühlen sein.

Bei Unsicherheiten fragen Sie ihren Tierarzt.

Weitere Prägung

Wasser, Wiese, andere Hunde/Tiere, die Stadt usw. kommen nach dem vollständigen Impfschutz ca. in der 13.Lebenswoche dran.

Nun kann man kleinere Ausflüge unternehmen.Der Welpe sollte aber immer noch nicht länger (max 5-10 min am Stück) an der Leine laufen. Nehmen Sie ihn auf den Arm, fahren Sie mit dem Auto oder mit speziellen Hundewägelchen (ein alter Puppen- oder Kinderwagen tut´s auch) wenn es weiter weg gehen sollte.

Der Welpe sollte nun die Welt kennen lernen und vielfältige Eindrücke bekommen und positive Erfahrungen sammeln.

Mit 16 Wochen schließt sich das Lernfenster und die bis dahin gespeicherten Erfahrungen sind die Grundlage für sein späteres Verhalten und Wesen. Alles was er dann gar nicht kennt ist ihm nur sehr schwer zu vermitteln. Hat er z.B. den Menschen nicht als Freund und Spielpartner kennen gelernt, weil er nur in einem abgeschirmten Zwinger aufgewachsen ist, so wird er niemals Bindung entwickeln. Er kann nur gezähmt werden, ähnlich einem Wolf.

Ein oft unterschätztes Problem bei Welpen aus dem illegalen Tierhandel.

Langsam bekommen Sie ein Gefühl für ihren Hund und wissen wie sie die Anforderungen langsam steigern.

Frei darf ihr Welpe jetzt auch schon mal richtig toben. Das dauert aber immer nur wenige Minuten, dann wird er sich wieder hinlegen und ausruhen. Aktzeptieren sie diese Pausen!

 

Gefährlich wird es nochmal mit einem 1/2 Jahr. Dann ist ihr Welpe schon ein Junghund, ziemlich groß und temperamentvoll. Nun ist die Zeit der Überforderung gekommen. Denken Sie daran. Die Knochen sind noch im Wachstum und der Labrador ist ein großer und schwerer Hund. Oft gibt es jetzt Probleme mit den Gelenken und der Knochenhaut. Je mehr Sie ihren Hund nun schonen um so besser. Machen Sie z.B. Suchübungen und Unterordnung, da ist nicht soviel Bewegung drin und erschöpft den Hund auch geistig.

Lassen sie ihren Labrador auf keinen Fall mit anderen Hunden bis zum Umfallen Toben und keine langen Spaziergänge an der Leine !!!!

 

Röntgenuntersuchung

Im Alter von 12 Monaten wird ihr Züchter Sie ansprechen und Sie bitten den Hund  auf HD und ED röngen zu lassen. Dafür gibt es spezielle Tierärzte und je nach Ergebnis wissen Sie dann was Sie ihrem Labrador in Zukunft zumuten können.

letzte Aktualisierung

07.10.2017

 vom Sandköppchen  seit 1993

 

Meine Zucht ist vom Veterinäramt Limburg-Weilburg geprüft und nach

§11 Tierschutzgesetz genehmigt.